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01.01.2019

Kollegiumsfortbildung 2019: Budapest

Budapest: Brücke zwischen Zentraleuropa und dem östlichen Mittelmeerraum

Die Wurzeln der Donau-Metropole sind vielfältig: von den Römern gegründet, die die heißen Quellen schätzten, ursprünglich von Slawen besiedelt, diese von Magyaren aus dem Ural-Gebiet verdrängt, lange Zeit von Polen, Deutschen und Österreichern regiert, von Mongolen verwüstet, von Osmanen besetzt, mit starken jüdischen Einflüssen, später im Machtbereich der Nazis und Sowjets, Mitglied der EU seit 2004.

Fächerübergreifende, schulinterne Fortbildung in der unterrichtsfreien Zeit  vom 1.2. bis 4.2.2019

Akkreditierung durch die Hessische Lehrkräfteakademie:

Fächer/Zielgruppe: alle Fachschaften, bes. Geschichte, Kunst, Musik, Politik, Religion, Ethik, Geographie, Deutsch, Tutoren in spe zwecks Vorbereitung einer Studien-/Austausch-/Begegnungsfahrt 

Zielsetzung/Kompetenzerwerb: 

Schon zur Römerzeit eine blühende Provinzhauptstadt, beginnt die ungarische Geschichte erst mit der Landnahme des nomadischen Reitervolks der Magyaren am Ende des 9. Jahrhunderts. Unter Führung ihrer Fürsten besetzten die sieben magyarischen Stämme das pannonische Becken. Zur Festigung seiner Macht trat Großfürst Geza zum Christentum über, sein Nachfolger Stephan I. wurde im Jahr 1000 als erster zum König gekrönt. Nach der völligen Zerstörung durch die Mongolen siedelte Bela IV. Auf dem Burgberg Ungarn an, am östlichen Ufer überwiegend Deutsche und Juden. Budapest wurde zu einer blühenden Handelsstadt, hauptsächlich dank muslimischer Kaufleute. Im 15. Jahrhundert wurde Budapest unter König Matthias Corvinus, gewählt 1458, zu einem Zentrum der Renaissance. Dem expandierenden osmanischen Reich hatten die Ungarn aber nichts entgegenzusetzen: Süleyman II. eroberte 1526 Ungarn, plünderte die Stadt und ließ sie niederbrennen. Budapest wurde türkisch. 1686 vertrieben die Habsburger die Osmanen. Zum Dank verzichtete Ungarn auf das Recht der Königswahl und wurde Teil der Habsburger Monarchie, die der Stadt unter Maria Theresia und Joseph II. zu einer zweiten Blüte verhalf. Die nationalen Bestrebungen des 19. Jahrhunderts hatten erst 1867 Erfolg, als die Österreicher – durch Preußen geschwächt – dem österreichisch-ungarischen Ausgleich zustimmen mussten, der Ungarn eine gewisse Selbstständigkeit und Budapest den Rang einer Hauptstadt einbrachte, die Wien ebenbürtig war. Die Hochzeit von Franz Joseph I. und Sissi und ihre Krönung in der Matthiaskirche waren der Auftakt zur Belle epoque der Stadt Budapest, gipfelnd in der Milleniumsfeier von 1896.

So ist die Stadt geprägt von einer Vielzahl von Kulturen und Völkern, war für Mitteleuropa das Tor zu Osteuropa, zum Balkan, über die Donau zum Schwarzen Meer. Der große Einfluss des Judentums (zweitgrößte Synagoge der Welt), die osmanische Periode und die Bindung an Österreich sind überall in der Stadt präsent.

Diese wechselseitige kulturelle Durchdringung zu beobachten und zu erforschen, ist die Aufgabe dieser Exkursion. Sie lässt sich in der städtebaulichen Entwicklung genauso entdecken wie im Wechsel der Baustile und in den unterschiedlichen Lebensgewohnheiten seiner Bewohner. So will diese Fortbildung aus einem interdisziplinären Ansatz heraus ein multiperspektivisches Bild von diesen wechselseitigen Einflüssen erarbeiten und deshalb exemplarisch einzelne Entwicklungslinien genauer verfolgen.

Die Teilnehmer/innen erwerben vertiefte Kenntnisse und Einsichten über die Entwicklung einer südosteuropäischen Metropole in der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Machtzentren der europäischen Geschichte, in der sich unterschiedliche kulturelle Traditionen spiegeln. Sie erkennen dabei die Vielfalt der historischen Wurzeln als wesentliches Merkmal der europäischen Identität und erwerben auf diese Weise interkulturelle Kompetenz sowie ein vertieftes Verständnis des europäischen Einigungsprozesses.

Denn gerade die jüngsten Entwicklungen in Ungarn nach Fall des Eisernen Vorhangs und der Aufnahme in die EU 2004 werden in ganz Europa aufmerksam beobachtet, seit dem unter Viktor Orban wesentliche demokratische Freiheitsrechte zugunsten einer nationalen „Erneuerung“ immer mehr eingeschränkt werden.

Die Veranstaltung ist als exemplarischer Lehrausflug konzipiert, der grundlegende exkursionsdidaktische Probleme reflektiert und die Kompetenz der Lehrkräfte erweitert, die fachspezifische Methode der Exkursion zur Gestaltung von Lernprozessen einzusetzen. 

Themenschwerpunkte:  

Architektur und Stadtentwicklung in historischer Perspektive; das Budapest der Habsburger; Budapest als Zentrum des Judentums; Staatsbildung, Nationalismus und europäische Integration

Leitung: Tobias Meinel   -    Führung vor Ort: Edit Berényi

Kosten: ca. 175,- Flug, Ü/F 40,- Euro pro Nacht im DZ (EZ 70,-), zzgl. Transfer, Führungen, Eintritte  

Unterbringung:  Danubius Hotel Astoria City Center, 19-21. Kossuth Lajos u., 1053 Budapest, www.danubiushotels.com/astoria

Flug mit Lufthansa

1.2.2019, 10:10  ab Frankfurt, LH1336, an Budapest: 11.40 Uhr

4.2.2019, 14:50 ab Budapest, LH1339, an Frankfurt: 16.35 Uhr

Bäder:  Rudas Bad hat am Freitag Männertag, sonst gemischt, 6-22 Uhr, Gellert-Bad immer gemischt 6-20 Uhr, immer mit Badebekleidung, größeres Handtuch mitbringen (leihen möglich), Preise:  10-20€

ÖPNV: gutes U-Bahn-Netz, auch Straßenbahnen und Busse sehr leicht zu verstehen, kurze Taktung. Über 65 Jahren alles kostenlos, 72-Stunden-Karte ca. 13€; Transfer Linie 100E extra 3€ je Fahrt.

Geld: 1,00 € ca. 300 Forint (HUF), Wechselkurs wechselhaft, deshalb nicht in Wechselstuben oder an reinen Wechselautomaten, sondern nur an Automaten bekannter Banken abheben; Kreditkarten werden fast überall akzeptiert.

Programmentwurf: 

Freitag, 1.2.Budapest 2019

 6:34 Uhr ab Marburg Hbf mit RE 30 und S8 zum Flughafen

10:10 Uhr ab Frankfurt Flughafen mit LH 1336 nach Budapest, Ankunft 11:40 Uhr

12:00 Uhr mit Bus 100E direkt bis Haltestelle Astoria (Hotel gegenüber)

12:45 Uhr Check in im Hotel Danubius Astoria

14:00 Uhr: BUDA - vom Hotel zum Bus Linie 16 am Erzsebet ter, damit nach Buda,

14:30 Uhr Führung: Fischerbastei, Mathiaskirche, Burg, Rundgang im alten Festungsbezirk à danach entweder zu Fuß Abstieg zum Rudas Bad bzw.  Gellert Bad (nur Besuch oder Wellness) oder zurück mit der Linie 16 zum Erzsebet ter und Hotel

19:00 Uhr: ggf. gemeinsames Abendessen, ggf. Klezmer-Abend im Spinoza

Samstag, 2 .2.

10:00 Uhr: PEST – mit der Straßenbahn zur Markthalle

11:00 Uhr Führung: Vaci utca, Central Kafehaz, Franziskanerkirche (?), Vaci utca, Erzsebet ter Stephanskirche, Kettenbrücke, Parlament (Führung?), Holocaust-Denkmal

15:00 Uhr: Freizeit

18:15 Uhr Treffen in der Lobby für:

19:00 Uhr: Oper im Erkel-Theater (23 Karten), danach ggf. Restaurant Borlabor i.d.Nähe des Hotels

Sonntag, 3.2.

9:45 Uhr vom Hotel zur Großen Synagoge, dort Führung und jüdisches Museum

11:00 Uhr: Führung jüdisches Viertel, u.a. Rumbach-Synagoge (Otto Wagner), orthodoxe Synagoge, Café New York

14:00 Uhr Mittagspause im Café Hauer à (fakultativ:) Oktogon, von dort mit U-Bahn M1 (älteste auf dem Kontinent) zum Heldenplatz (li. Museum der schönen Künste (Renaiss. bis Gegenwart), re. Kunstalle (Wechselausst.) à zurück mit M1 zu Oktogon, Andrassy utca (Champs Elysée von Budapest) zu Fuß (oder mit M1) bis Deak ter

16:00 Uhr Freizeit

18:15 Uhr Treffen in der Lobby für:

19:00-19.45 Uhr ggf. Konzert in der Konzerthalle (Ravel, 27 Karten)

20:00 Uhr: gemeinsames Abschlussessen, z.B. im Restaurant Muzeum

Montag, 4.2.

10:00 Uhr Freizeit

12:00 Uhr mit Bus 100E ab Erzebet ter zum Flughafen

14:50 Uhr Abflug mit LH 1339 nach Frankfurt, Ankunft 16:35 Uhr

17:02 mit S8 zum Hbf, von dort 17:21 Uhr (Gleis 15) mit RE 30 nach Marburg, an Hbf 18:19 oder

17:32 mit S8 zum Hbf, von dort 17:51 Uhr (Gleis 15) mit RB 41 nach Marburg, an Hbf 19:04 Uhr