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25.11.2020

Elisabeth 3.2

Nichts ist sicher

… und schon gar nicht das Erscheinen dieses Jahrbuches. Die Unsicherheit lag in keiner Weise an der Eitelkeit unserer ehrwürdigen Dame, der Elisabeth 3.2, die zum elften Mal Rückschau halten wollte - auf ein Jahr in dieser lebendigen Schule. Viel mehr mussten wir erkennen, dass die Kräfte und Systeme, deren Vermittlung unsere Aufgabe ist, spätestens seit dem 13. März 2020 aus den Fugen geraten waren – Corona war da! Sprachlich betrachtet, ein wunderschönes Wort! Drei lange, offene Vokale, verteilt auf drei gleichermaßen kurze Silben mit Betonung der Wortmitte Co-ro-na; übersetzt aus dem Lateinischen, „die Krone“. Nüchterner betrachtet sprechen wir von jedoch „Covid 19“. Die Krankheit der Pandemie, die uns in den vergangenen Monaten weltweit in Angst und Schrecken versetzte, zwang auch unsere Schule zu außergewöhnlichen Maßnahmen.

Es wäre nicht die Elisabethschule, wenn Außergewöhnlich-keiten nicht auch zum Besonderen führten! Gewiss, auf sehr viele wertvolle und lieb gewordene Aktivitäten, wie inter-nationale Austauschfahrten, Exkursionen, Schulprojekte und Feste mussten wir verzichten. Doch mehr als im Alltag wahr-nehmbar, zeigt diese Elisabeth 3.2 in ihrer Zusammen-stellung, dass mit der gebotenen Umorientierung eben auch Unglaubliches gestemmt und Neues hervorgebracht wurde.

Das Jahr der kommissarischen Schulleitung hätte man Herrn Merle sicher ruhiger gewünscht – Schulentwicklung an-statt Schulschließung und Krisenmanagement, es war und bleibt eine Herkules-Aufgabe. Das gesamte Leitungsteam, insbesondere Herr Weyer, Frau Wolter-Schober und Frau Hofmann knobelten tagelang an Raum- und Stundenplänen, an Wege-Systemen und erfüllbaren Abstandsregelungen, die schließlich von einer ganzen Heerschar von Helferinnen und Helfern aus dem Kollegium umgesetzt wurden.

Das Abitur hat stattgefunden. Jeder Prüfungstag war eine Zitterpartie und diesmal nicht nur für die Prüflinge! Dank der Disziplin aller Beteiligten und der souveränen Planung von Herrn Perle konnten wir im Juni 126 erfolgreiche Abiturientin-nen und Abiturienten entlassen.

Mit Worten kaum beizukommen ist der Leistung von Herrn Ritter und mit ihm Herrn Dr. Kremper und Herrn Pandikow. Der Aufbau einer funktionierenden, Datenschutz-konformen IT-Struktur, die die gesamte Schulgemeinde quasi über Nacht in die Lage versetzte, Onlineunterricht durchzuführen. Die Widerstände des Schulträgers zu ertragen, die mangelnde Unterstützung des Hessischen Kultusministeriums am ge-forderten Onlineunterricht aus eigener Kraft zu überbrücken und dennoch ruhig zu bleiben und die 1000 Fragen der Schul-gemeinde gewissenhaft zu beantworten, das verlangt nach einem übergeordneten Format des Dankes! Die Größe einer Schule wird an der Zahl ihrer Schülerinnen und Schüler gemessen. Größe ist hier aber auch ein Begriff, der den Schülerinnen und Schülern selbst zu Teil wird. Mit den Stolper-stellen des Wandels zu lernen, Kontakte mit Freunden im ganz gewöhnlichen Alltag nicht mehr pflegen zu können, Lehrer und Unterricht digital zu erleben, prägte den verbliebenen Schul-alltag von 1080 Kindern und Jugendlichen in unserem Haus. Nun, mitten in der zweiten Corona-Welle bei fünffach höheren Infektionszahlen als noch im Frühjahr, geht der (Schul-) Be-trieb trotzdem weiter. Der Hessische Kultusminister Lorz lobt die Schulen als sicheren Ort. Nur ca. 4% der Schülerinnen und Schüler an hessischen Schulen würden sich in Quaran-täne befinden, während ca. 95% die Schule besuchten (Stand 11/2020). Die Bundeskanzlerin schwört die Bevölkerung da-gegen auf einen harten Winter ein.

Mögen die Politiker Recht behalten: Es liegt in unserer Hand!

In diesem Sinne verweise ich auf Elisabeth 3.2, unser Jahrbuch. Es liegt nun auch in unserer Hand und das - mit Sicherheit - gut!

Für die Redaktion,
Udo Buffler

30.10.2019

Elisabeth 3.1

Ein wenig verhält sich das „Jahrbuch-Machen“ wie Leo Lionnis Geschichte von „Frederick“, der Maus, die einfach nur dasaß und Farben, Wörter, ja sogar Sonnenstrahlenstrahlen sammelte, während sich der Rest der Mäusefamilie eifrig um Körner, Nüsse und Stroh als Vorrat für den harten Winter kümmerte.
Nun geht uns allen sicherlich nicht der Vorrat an sinnstiftenden Aufgaben aus, doch in den Momenten einkehrender Ruhe, womöglich in den nahenden Weihnachtsferien mit der noch druckfrischen Elisabeth 3.1 in Händen, erhält manch verblassende Erinnerung des zurückliegenden Schuljahres ihre Farbe und ihre Wärme zurück.

Ein Thema, das uns alle bewegt und mit der „Fridays for future-Bewegung“ einige Kontroversen ausgelöst hat, ist die Haltung zum Klimawandel bzw. zum Klimaschutz. Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an den Freitagsdemonstrationen steht nach wie vor in unvereinbarem Konflikt mit den Vorgaben des Hessischen Kultusministeriums.

An rührigen Geistern fehlte es der Elisabethschule noch nie, so zeigt ein Blick ins Schularchiv einen kämpferischen Briefwechsel der ehemaligen Schulleiterin Frau Dr. Hilmann mit der Staatsoberkasse um Respekt und Emanzipation.

In der langen Schultradition steht das Bootshaus in Wehrda an prominenter Stelle. In diesem Jahr wurde es mit vereinten Schülerkräften und Herrn Zwickert renoviert.

… Und wer hätte es geglaubt? Das Bau-Gerüst in der Leopold-Lucas-Straße 5 ist entfernt, und immerhin das A-Gebäude hat mit den neuen Fenstern auch eine neue Fassade – fast!

„Wir“ sind eine Ausbildungsschule, nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer. Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV) illustrieren in dieser Ausgabe, was vielen gar nicht bekannt ist.
Und was wäre diese Elisabeth 3.1 ohne die ganz großen Ereignisse? Herr Meinel wechselt in den sogenannten Ruhestand, nachdem er in den vergangenen Jahren die Schule „gefühlt“ auf „Top-Speed“ beschleunigt hat und nun an Herrn Merle übergibt, der die Schulleitung zunächst kommissarisch übernimmt. Begleitet wird dieser Wechsel von den bislang unvorstellbaren personellen Veränderungen im Sekretariat. Frau Damm verlässt nach 47½ Dienst- und 27½ Elisabethschuljahren ihren Schreibtisch. Wir freuen uns, dafür Frau Euker an dieser Stelle begrüßen zu dürfen und ihr weiterhin alles Gute zu wünschen.

So vermag es diese neue Ausgabe die vergangenen und ereignisreichen Monate zu beleuchten und wach zu halten. Gleichwohl reiht sich diese Elisabeth ein als zehntes, in diesem Format und in Folge erschienenes Jahrbuch. Zusammen mit diesem Buch haben wir bislang auf insgesamt 1816 Seiten das Schulleben der Elisabethschule Marburg dokumentiert. Und die Geschichte schreibt sich dank der kreativen Bereitschaft aller Autorinnen und Autoren fort.

In diesem Sinne beginnen wir mit einer neuen Zählweise: Auf 2.9 folgt 3.1.

Auf den Wechsel der Schulleitung reagiert also auch das Jahrbuch. Das Kontinuum sollte nicht unterbrochen werden, doch Änderungen werden sich einstellen – nach und nach. Die folgenden Ausgaben dieser „ehrwürdigen Dame“ werden es direkt oder zwischen den Zeilen zeigen.

Wir danken allen, die Farben, Sonnenstrahlen und Wörter für die Elisabeth 3.1 gesammelt haben und wünschen unseren Leserinnen und Lesern weit über die Winterzeit hinaus eine reizvolle Lektüre.

Für die Redaktion,
Udo Buffler